Cava, Champagner und Co.KG

Also, mal ehrlich, wir lieben doch alle, und vor allem die holde Weiblichkeit, den gutaussehenden Reiter mit der Flasche Cava in der Hand, der ab Mitte November wieder durch alle Kanäle als Werbeträger zur besten Sendezeit über den Bildschirm flimmert.
Aber worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Cava, Champagner und unserem Sekt oder Schaumwein?
1.) Deutscher Sekt oder Schaumwein
Wird ausschliesslich aus der Riebling-Traube hergestellt. Aus den verschieden Herstelungsverfahren sticht die Flaschengärung hervor und das sogenannten „Rütteln“ der Flaschen bis zum Absetzen der Hefe am Flaschenhals, die dann durch ein exklusives Verfahren in der Flasche selbst entfernt wird. Schon seit längerem ist der deutsche Sekt Gott sei Dank nicht nur als „trocken“ erhältlich, sondern wird in vielen interessanten Nuancen und auch in rosé angeboten.

2.) Französischer Champagner
So darf sich bekanntlich nur der in der Champagne in Frankreich hergestellte Schaumwein nennen.
Hergestellt wird dieser aus der ersten Pressung der Traubensorte Pinot noir oder Pinot meunier gewonnen.
Dieser Most gärt in Holzfässern und wird mit Hefe versetzt.
Der Charakter eines Champagners entsteht im Wesentlichen durch seine Cuvée. Hierfür werden nach Geheimrezeptur der jeweiligen Champagnerkellerei Weine unterschiedlicher Jahrgänge, Lagen und Rebsorten miteinander vermischt. Dieser Vorgang wird als Assemblage bezeichnet. Durch die spezielle Cuvée ist es möglich, dass der Champagner einer Marke stets gleiche Qualität und Geschmack aufweist.

3.) Spanischer Cava
Nun zum sexy Señor mit dem offenen Hemd mit Verlaub. Cava bedeutet eigentlich „nur“ Keller, denn da reift er nämlich auch. Gewonnen wird er vor allem in der Region Katalonien aus der Rebsorte Xarel-lo und mehreren weiteren Rebsorten wie Macabeo und hauptsäuchlich weissen Sorten und aus der ersten Pressung der selben. Kurios ist, dass vor allem in dieser Region schon viel vorher die Korken für den französischen Champagner produziert wurden und daher erst recht die Sehnsucht danach geschürt wurde, dies auch in Spanien zu versuchen. Champán hiess er nämlich zu erst auch in Katalonien, bis die Champagne sich beschwerte, vor Gericht ging und aus Champán, Cava wurde.
Es war der Cordoníu Clan, der ihn wirklich in Spanien entstehen liess, bekannt ist aber vor allem auch in Deutschland die Marke Freixenet.

Am besten serviert man den Cava bei 6-8º Grad Celsius,auch sollte er nicht zu lange lagern.

Gerade in den letzten Jahren kam der spanische Cava dank seiner Qualität sehr nahe an die eines französischen Champagners heran, ein Beispiel hierfür ist der Brut Gran Reserva 2002 der Enoteca Gramona.

Spaniens Cava ist also nicht nur eine „Affäre“ wert, sondern eine grosse Liebensgeschichte mit viel Leidenschaft, auch wenn der adrette Herr nicht mitgeliefert wird. Dann dafür sind wir Gott sei Dank, auch in unserer noch so technisierten Welt, immer noch selber zuständig.

Quellen: essen-und-trinken.de, eleconimista.es, auswandern.de, institutodelcava.com